Preisverleihung am 19. März 2017 in Luzern
Fotos: Vera Rüttimann (18), Robert Weller (3)
Copyright by Herbert-Haag-Stiftung
Ausführliche Infos zur Preisverleihung 2017 weiter unten!

Preisträger/innen und Anerkennungen

Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet periodisch Menschen aus, die sich für Freiheit und Menschlichkeit innerhalb der Kirche einsetzen.
> Preisträger/innen ab 2001: siehe unten
> Liste der früheren Preisträger/innen von 1985 bis 2000 (PDF)

Die Preisträger werden durch den Stiftungsrat bestimmt.
Der Preis besteht in einer von der niederländischen Künstlerin Inka Klinckhard gestalteten Medaille und einem Geldbetrag zur Förderung der Aktivitäten des Preisträgers/ der Preisträgerin.
Zudem spricht die Stiftung Anerkennungen aus an Personen, die bemerkenswerte Initiativen zu Freiheit in der Kirche ergriffen haben.
Hinweis: Nicht in jedem Jahr fand eine Preisverleihung statt.

  • Preisträger/innen 2018

    Für eine schöpferische Freiheit in Bild und Wort
    Herbert Haag Preis 2018 geht an Volker Hesse und Andreas Knapp

    Medienmitteilung der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche
    Luzern, 8. September 2017 / Erwin Koller
    Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche hat die Preisträger 2018 bestimmt. Sie legt mit ihrer Preisverleihung im kommenden März den Akzent auf die Freiheit des Wortes und steht ein für schöpferische Vitalität und frische Ausdruckskraft in Wort und Bild auch dort, wo es um Fragen der Religion geht. Das Preisgeld beträgt 15'000 SFR bzw. 10'000 Euro.
    Preisträger sind der Theatermann und Regisseur Volker Hesse (Zürich) sowie der Priester und Lyriker Andreas Knapp (Leipzig). Hesse vertritt die expressive Wucht, mit der heute Fragen an die Religionen gestellt und archaische Bilder noch in modernsten Lebensäusserungen sichtbar werden. Knapp steht für die verhalten-stille Lyrik, die den Geheimnissen des Lebens neue Worte leiht.
    Der aktuelle Kontext in Gesellschaft und Politik macht ein Einstehen für das freie Wort wieder notwendig. An vielen Orten drängen Populisten die Freiheit zurück, Autokraten unterbinden sie und Fundamentalisten verurteilen sie als Sakrileg. Das hat viele Gründe: Menschen fühlen sich verunsichert, auch durch die Freiheit; Potentaten klammern sich an ihre Macht und benutzen Freiheit als leere Phrase; Religionen behaupten ihre Deutungshoheit und sehen in der Freiheit des Menschen einen Widerspruch zu Gottes Gebot. Christinnen und Christen jedoch berufen sich – wie schon Luther – auf den Apostel Paulus: «Zur Freiheit hat uns Christus befreit!» (Brief an die Galater 5,1).

    Volker Hesse

    Volker Hesse (geb. 1944 im Hunsrück) ist ein Meister der Aktualisierung und Dramatisierung religiöser Geschichten und Mythen auf den Bühnen der Welt. In stets neuen Bildern und Szenen bringt er die Sinnsuche des modernen Menschen zum Ausdruck, mit all den widerspenstigen Hoffnungen und den unheimlichen Dämonien, die damit verbunden sind. So bei der Inszenierung des Welttheaters in Einsiedeln (2000 und 2008), im Spektakel „Sacre del Gottardo“ (zur Eröffnung des Gotthardbasistunnels 2016) oder 2017 mit der Inszenierung des Mysterienspiels „Akte Zwingli“ im Zürcher Grossmünster.

    Foto: Judith Schlosser, Zürich

    Volker Hesse im Originalton:

    • «Mich fasziniert und beschäftigt, wie dünn die Schicht ist, die uns moderne Menschen vom Archaischen trennt.»
    • «Ich möchte die tiefe Gläubigkeit, die aus Not und grosser Orientierungslosigkeit entstanden ist, erfahrbar machen. Ich träume davon, dass die 400 Zuschauer, die im Grossmünster sitzen, etwas von der Macht des Gebets und den religiösen Auseinandersetzungen zur Zeit der Reformation spüren.»
    • «Ich möchte bei der Eröffnung des Gotthardtunnels zeigen, dass der Fortschritt auch eine erschreckende Seite hat – dass das Kühne der Technik immer auch mit Opfern verbunden ist.»

    Einige Videos dieser Inszenierungen sind im Internet abrufbar:

    Andreas Knapp

    Andreas Knapp (geb. 1958 im badischen Hettingen) ist ein Sprach- und ein Gottsucher. Seine Gedichtbände zählen zur eindrucksvollsten und meistgelesenen spirituellen Poesie unserer Zeit. Nach Tätigkeiten als Studentenpfarrer und Leiter eines Priesterseminars wurde er Mitglied der „Kleinen Brüder vom Evangelium“. Inspiriert vom Offizier, Forscher und Eremiten Charles de Foucauld (1916 in Libyen ermordet) will diese Gemeinschaft mitten in der Welt Christus nachfolgen. Knapp lebt am Stadtrand von Leipzig in einem säkular geprägten Umfeld. Zehn Jahre war er Saisonarbeiter im Versandbereich, seit zwei Jahren ist er Gefängnisseelsorger. Das Preisgeld lässt er vertriebenen Christen aus Mossul, Karakosch und Aleppo zukommen, die in Leipzig eine christlich-syrische Gemeinde aufbauen.

    Foto: Clemens Knapp

    Zwei seiner Gedichte mögen Knapps Sprachkraft illustrieren:

    unser Stadtviertel
    unser Stadtviertel
    ist unser Kloster
    und die belebten Straßenkreuzungen
    sind unser Kreuzgang
    unsere Klosterwerkstätten
    sind die Fabriken
    und unsere Gebetszeiten
    werden von der Stechuhr diktiert
    die Gesichter der Menschen sind die Ikonen die wir verehren
    und im leidgezeichneten Antlitz
    schauen wir auf den Gekreuzigten“

    Gott
    Unwort der Jahrtausende
    blutbesudelt und missbraucht
    und darum endlich zu löschen
    aus dem Vokabular der Menschheit
    Redeverbot von Gott
    getilgt werde sein Name
    die Erinnerung an ihn vergehe
    wie auf Erden so im Himmel
    wenn unsere Sprache aber
    dann ganz gottlos ist
    in welchem Wort
    wird unser Heimweh wohnen
    wem schreien wir noch
    den Weltschmerz entgegen
    und wen loben wir
    für das Licht

    Die Titel seiner letzten Bücher heissen:

    • Beim Anblick eines Grashalms (2017)
    • Das Ende vom Ende (2016)
    • Lebensspuren im Sand. Spirituelles Tagebuch aus der Wüste (2015)
    • Heller als Licht: Biblische Gedichte (2014)

    Die Preisverleihung findet am Sonntag 11. März 2018 um 15.30 Uhr im Hotel Schweizerhof in Luzern statt. Sie steht für alle offen, eine Anmeldung ist nicht nötig.

    Am Montag 12. März 2018, 14.00 Uhr bis 17.15 Uhr werden Volker Hesse und Andreas Knapp im Romero-Haus den Dialog des Forums für eine offene Katholizität bestreiten und mit dem Publikum über religiöse Werte in Theater und Dichtung debattieren.

    Fragen zur Preisverleihung beantwortet Dr. Erwin Koller; Koordinaten siehe unten.

    Wechsel in der Geschäftsführung der Herbert Haag Stiftung

    Andreas Heggli gibt im Hinblick auf seinen 75. Geburtstag die Geschäftsführung der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche ab, die er seit 2003 teilzeitlich verantwortete. Er hat in Tübingen noch bei Herbert Haag und Hans Küng, bei Josef Ratzinger und Walter Kasper Theologe studiert und war dann Pastoralassistent und Erwachsenenbildner in Luzern. Er hat die Ziele und Projekte der Stiftung in den letzten 14 Jahren mit viel Engagement und Umsicht verfolgt und operativ begleitet. Besonders am Herzen lag ihm die Vernetzung der kirchlichen Reformgruppen auf nationaler und internationaler Ebene. Darum wirkt er auch weiterhin in der Allianz „Es reicht!“ mit.
    Die Stiftung dankt Andreas Heggli für seinen grossen Einsatz.

    Maria-Christina Fernández hat am 1. September 2017 die Geschäftsführung der Herbert Haag Stiftung übernommen. Die Juristin war in mehreren Rechtsabteilungen und Stiftungen tätig und betreut heute als Selbständige Mandate in diversen Rechtsbereichen. Sie verfügt überdies über eine Ausbildung als klassische Sängerin und tritt im In- und Ausland als lyrisch-dramatische Sopranistin auf. Sie hatte auch verschiedene politische und kirchliche Ämter inne und fühlt sich einer offenen Katholizität verpflichtet.

    Die neuen Koordinaten der Herbert Haag Stiftung sind

    Website: www.herberthaag-stiftung.ch
    Mail: kontakt@herberthaag-stiftung.ch

    Korrespondenzadresse
    Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche
    6000 Luzern
    (Die bisherige Postfach-Adresse entfällt!)

    Präsident
    Erwin Koller, Stauberbergstrasse 45, CH-8610 Uster
    Mob: +41 79 247 0225; erwin.koller@herberthaag-stiftung.ch

    Geschäftsführerin (neu)
    Maria-Christina Fernández, Alberich Zwyssig-Strasse 83, CH-5430 Wettingen
    Tel: +41 56 427 10 68: Mob: +41 79 753 54 50
    E-Mail: m.-c.fernandez@herberthaag-stiftung.ch

  • Preisträger/innen 2017

  • Preisträger/innen 2016

  • Preisträger/innen 2015

  • Preisträger/innen 2014

  • Preisträger/innen 2013

  • Preisträger/innen 2012

  • Preisträger/innen 2011

  • Preisträger/innen 2010

  • Preisträger/innen 2009

  • Preisträger/innen 2008

  • Preisträger/innen 2007

  • Preisträger/innen 2006

  • Preisträger/innen 2005

  • Preisträger/innen 2003

  • Preisträger/innen 2001

  • Preisträger/innen 2000

  • Preisträger/innen 1998

  • Preisträger/innen 1997

  • Preisträger/innen 1996

  • Preisträger/innen 1994

  • Preisträger/innen 1992

  • Preisträger/innen 1991

  • Preisträger/innen 1989

  • Preisträger/innen 1988

  • Preisträger/innen 1985