| Zeugen
des freien und des kritischen Wortes
Die Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche
zeichnet drei Persönlichkeiten aus, die durch ihre Arbeit
für das freie Wort einstehen. Die Ausgezeichneten bezeugen
auf je eigene Weise, dass die Freiheit des Wortes auch dort
gelten muss, wo es um Glaube und Kirche geht und wo entscheidende
Fragen der Moderne, um die keine Religion herumkommt, zur Debatte
stehen. Die Stiftung dankt ihnen für ihren Respekt vor
Anders-Denkenden und Anders-Glaubenden, für ihre Achtsamkeit
auf Verwundungen aus einer intoleranten Geschichte und für
ihre profilierten Stellungnahmen zu grundlegenden Fragen der
Gegenwart.
Beatrice Eichmann-Leutenegger
1945 in Schwyz geboren, in Muri bei Bern wohnhaft, hat sich
als Literaturkritikerin und -vermittlerin in verschiedenen Medien
verdient gemacht, so in der NZZ, im Bund, am Radio und regelmässig
in den Zeitschriften „weltweit“ und "Orientierung".
Sie bringt abseits des lärmigen Verlagsbetriebs Autoren
und Autorinnen ins Gespräch, die den grossen Fragen des
Menschseins nachgehen, auch seinen Verwerfungen und der Sehnsucht
nach Erlösung. Schwerpunkt ihrer Beschäftigung ist
die Literatur des europäischen Judentums. Ausserdem hat
sie Erzählungen, Essays und eine Biographie über Gertrud
Kolmar veröffentlicht.
Thomas Hürlimann
1950 in Zug geboren, in Berlin und Willerzell lebend, ist mit
seiner Prosa, seinen Novellen, Romanen, Theaterstücken
und Drehbüchern als vielseitiger Schriftsteller bekannt.
In seinen Texten ist eine offene und kritisch-skeptische Auseinandersetzung
mit Religion oder genauer mit dem Katholizismus manifest oder
zwischen den Zeilen fast immer präsent. In den Jahren 2000
und 2007 hat er die Texte zum Einsiedler Welttheater geschrieben
und dabei mit Wucht und wachem Sinn die Rolle der Religion in
einer sich säkularisiert gebenden Welt dargestellt.
Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel
1948 im Rheinland geboren, lebt in Tübingen, wo er an der
Katholisch-theologischen Fakultät Theologie der Kultur
und des interreligiösen Dialogs lehrt und sich in vielen
umfangreichen Publikationen dazu äussert. Er befasst sich
mit den Wechselwirkungen von Literatur und Theologie, mit der
Frage also, wie Theologie und zeitgenössische Literatur
sich den existenziellen Herausforderungen heutiger Menschen
annehmen und wie sie sich in dieser Suche wechselseitig inspirieren
können, wenn sie gegenseitig die Freiheit und Autonomie
der andern respektieren.
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