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Prof. Dr. Herbert Haag

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  Herbert Haag-Stiftung
Für Freiheit in der Kirche
Preisträger 2010
 
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Zeugen des freien und des kritischen Wortes

Die Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet drei Persönlichkeiten aus, die durch ihre Arbeit für das freie Wort einstehen. Die Ausgezeichneten bezeugen auf je eigene Weise, dass die Freiheit des Wortes auch dort gelten muss, wo es um Glaube und Kirche geht und wo entscheidende Fragen der Moderne, um die keine Religion herumkommt, zur Debatte stehen. Die Stiftung dankt ihnen für ihren Respekt vor Anders-Denkenden und Anders-Glaubenden, für ihre Achtsamkeit auf Verwundungen aus einer intoleranten Geschichte und für ihre profilierten Stellungnahmen zu grundlegenden Fragen der Gegenwart.


Beatrice Eichmann-Leutenegger

1945 in Schwyz geboren, in Muri bei Bern wohnhaft, hat sich als Literaturkritikerin und -vermittlerin in verschiedenen Medien verdient gemacht, so in der NZZ, im Bund, am Radio und regelmässig in den Zeitschriften „weltweit“ und "Orientierung". Sie bringt abseits des lärmigen Verlagsbetriebs Autoren und Autorinnen ins Gespräch, die den grossen Fragen des Menschseins nachgehen, auch seinen Verwerfungen und der Sehnsucht nach Erlösung. Schwerpunkt ihrer Beschäftigung ist die Literatur des europäischen Judentums. Ausserdem hat sie Erzählungen, Essays und eine Biographie über Gertrud Kolmar veröffentlicht.

Thomas Hürlimann
1950 in Zug geboren, in Berlin und Willerzell lebend, ist mit seiner Prosa, seinen Novellen, Romanen, Theaterstücken und Drehbüchern als vielseitiger Schriftsteller bekannt. In seinen Texten ist eine offene und kritisch-skeptische Auseinandersetzung mit Religion oder genauer mit dem Katholizismus manifest oder zwischen den Zeilen fast immer präsent. In den Jahren 2000 und 2007 hat er die Texte zum Einsiedler Welttheater geschrieben und dabei mit Wucht und wachem Sinn die Rolle der Religion in einer sich säkularisiert gebenden Welt dargestellt.

Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel
1948 im Rheinland geboren, lebt in Tübingen, wo er an der Katholisch-theologischen Fakultät Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs lehrt und sich in vielen umfangreichen Publikationen dazu äussert. Er befasst sich mit den Wechselwirkungen von Literatur und Theologie, mit der Frage also, wie Theologie und zeitgenössische Literatur sich den existenziellen Herausforderungen heutiger Menschen annehmen und wie sie sich in dieser Suche wechselseitig inspirieren können, wenn sie gegenseitig die Freiheit und Autonomie der andern respektieren.