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Theologe Prof. Dr. Hans Küng verstorben

Wir trauern um unseren Gründer und langjährigen Präsidenten Hans Küng. Er ist am 06. April 2021 im Alter von 93 Jahren friedlich in seinem Haus in Tübingen verstorben.
Hans Küng präsidierte die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche seit ihrer Gründung 1985 bis im März 2013. Er gilt als einer der herausragenden Denker und Theologen unserer Zeit. Der Kampf für Freiheit in der Kirche ist ein zentraler Inhalt seines Lebens. Der Stiftungsrat ernannte ihn im April 2013 zum Ehrenpräsidenten.
Hans Küng wurde 1928 in Sursee (Schweiz) geboren. 1960 berief ihn die Universität Tübingen zum Professor für Fundamentaltheologie. Von 1962 bis 65 wirkte er als offizieller Berater des Zweiten Vatikanischen Konzils.
1963 bis 80 war er Ordentlicher Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Katholisch-theologischen Fakultät sowie Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung der Universität Tübingen. Wiewohl seine Bücher ‚Christ sein‘, ‚Existiert Gott?‘, ‚Ewiges Leben?‘ und viele andere grossen Erfolg hatten, geriet er mit ‚Unfehlbar? eine Anfrage‘ (1970) in Konflikt mit der Glaubenskongregation. Dieser führte im Dezember 1979 zum Entzug seiner Lehrerlaubnis.
1980 bis 96 war Hans Küng fakultätsunabhängiger ordentlicher Professor für ökumenische Theologie und Direktor des Instituts für Ökumenische Forschung an der Universität Tübingen. Sein Studium der Weltreligionen führte 1990 zum Projekt Weltethos und zur Etablierung der Stiftung Weltethos, deren Präsident er von 1995 bis 2013 war und die in verschiedenen Kontinenten Aussenstellen hat.
Erwin Koller, Nachfolger von Hans Küng als Präsident der Herbert Haag Stiftung, würdigt den Verstorbenen auf www.kath.ch/

Preisträger 2020/21: Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), Pierre Stutz, Dr. Ondrej Prostredník und Dr. Hedwig Porsch

Das Video zur Preisverleihung 2020/21 ist HIER abrufbar (auf roten Pfeil klicken)

Stimmen aus dem Stiftungsrat zur Preisvergabe

Dr. Odilo Noti, Stiftungspräsident

« Vier Zeugnisse und viele Lebensdramen stehen im Zentrum der diesjährigen Preisverleihung. Er ist nach wie vor hoch, der Preis für gelebte Homosexualität in Kirche und Gesellschaft. Unsere Stiftung verbeugt sich vor den vielen Menschen, denen die Kirchen Unrecht angetan haben, und sie reicht ihnen die Hand zum Zeichen der Solidarität. »

Prof. Dr. Irmtraud Fischer, Stiftungsrätin

« Immer wieder wird behauptet, dass der biblische Befund zur Ablehnung von Homosexualität eindeutig sei. Dabei verweist man auf das Verbot aus Lev 18,22 und 20,13 im Heiligkeitsgesetz, sich zu einem Mann zu legen, wie man sich zu einer Frau legt. Keine andere der vielen Rechtssammlungen des Alten Testaments kennt ein solches Verbot. Zudem ignoriert man Texte, die von lebenslanger Liebe zweier Frauen wie Rut und Noomi und zweier Männer wie Jonatan und David erzählen. »

Prof. Dr. Sabine Demel, Stiftungsrätin

« Die Stiftung zeichnet Dr. Hedwig Porsch aus, denn sie tritt für die Freiheit in der Kirche am heikelsten Punkt des Mensch- und Christseins ein. Sie ist dadurch eine Anwältin für die Freiheit in der Kirche auf die eigene Sexualität, auf das eigene Körperempfinden, auf das eigenständige Recht der sexuellen Lust als Gottes gute Gabe geworden und es auch bis heute geblieben. »

Hugo Keune, Stiftungsrat

« Obwohl in Staaten wie Deutschland, Österreich und der Schweiz die 'Ehe für alle' eingeführt wurde und die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gesetzlich verboten ist, hat sich im Vatikan bis anhin in Sachen Homosexualität wenig getan. Vor diesem Hintergrund bezieht die Herbert Haag Stiftung bewusst Position und zeichnet mit ihrem Preis Menschen aus, die von religiös motivierter Diskriminierung betroffen oder gar von einem intoleranten Dogmatismus marginalisiert worden sind. »

Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet periodisch Menschen aus, die sich für Freiheit und Menschlichkeit innerhalb der Kirche einsetzen. Der Stiftungsrat bestimmt jeweils die Preisträgerinnen und Preisträger. Da die Auszeichnung sowohl ideell ermutigen als auch finanziell unterstützen soll, umfasst sie eine Würdigung im festlichen Rahmen und einen Geldbetrag zur Förderung der Aktivitäten der Preisträger und Preisträgerinnen.

Unsere Preisträger/innen - eine Auswahl

Andreas Knapp ✦ Volker Hesse ✦Jadranka Rebeka Anić ✦ Mercedes Navarro Puerto ✦ Heinrich Bedford-Strohm, München ✦ Regina Ammicht Quinn ✦ Klaus Mertes ✦ Albert Rouet ✦ Sr. Pat Farrell ✦ Helmut Schüller ✦ Monika Hungerbühler ✦ Monika Schmid ✦ Charlie Wenk ✦ Walter Kirchschläger ✦ Beatrice Eichmann-Leutenegger ✦ Thomas Hürlimann ✦ Karl-Josef Kuschel ✦ Guisep Nay ✦ Leo Karrer ✦ Hermann Häring ✦ Xaver Pfister ✦ Michael Meier ✦ Hansjörg Schultz ✦ Josef Imbach ✦ Teresa Berger ✦ Stephan Pfürtner ✦ Dietrich Wiederkehr ✦ Rudolf Schermann ✦ Elisabeth Moltmann ✦ Jacques Gaillot ✦ Eugen Drewermann ✦ Leonardo Boff

Jungwacht - Blauring Schweiz (Jubla) ✦ Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ✦ Basler Initiantinnen und Initianten der Kirchlichen Gleichstellungsinitiative ✦ Pilger-Initiative "Für eine Kirche mit* den Frauen" ✦ Haus der Religionen - Dialog der Kulturen, Bern ✦ Leadership Conference of Women Religious (LCWR) ✦ Kirchenvolksbegehren von Wir sind Kirche Deutschland und Österreich ✦ Zöfra Verein der vom Zölibat betroffenen Frauen ✦ SKF Schweizerischer Katholischer Frauenbund ✦ BMI Bethlehem Mission Immensee ✦ Concilium, Internationale Zeitschrift für Theologie